Vektordaten: Unterschied zwischen den Versionen

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Für objektbezogene Datenverarbeitung im GIS ist sind Vektordaten-Struktur notwendig. Nur damit können [[Topologie|topologische]] Strukturen und komplexe Datenmodelle realisiert werden.  
 
Für objektbezogene Datenverarbeitung im GIS ist sind Vektordaten-Struktur notwendig. Nur damit können [[Topologie|topologische]] Strukturen und komplexe Datenmodelle realisiert werden.  
  
[[Rasterdaten]] werden häufig als "dumm", Vektordaten in der Regel als "intelligent" bezeichnet werden. Nach der Eingabe entsprechender Sachdaten, weiß eine Linie, daß sie beispielsweise eine Wasserleitung mit dem Durchmesser 150mm aus Grauguß, verlegt im Jahr 1957, ist. Darüber hinaus kann sie mit anderen Leitungen oder Schiebern, Ventilen etc. topologisch verknüpft sein.
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[[Rasterdaten]] werden häufig als "dumm", Vektordaten in der Regel als "intelligent" bezeichnet werden. Nach der Eingabe entsprechender [[Sachdaten]], weiß eine Linie, daß sie beispielsweise eine Wasserleitung mit dem Durchmesser 150 mm aus Grauguß, verlegt im Jahr 1957, ist. Darüber hinaus kann sie mit anderen Leitungen oder Schiebern, Ventilen etc. topologisch verknüpft sein.
  
 
Rasterdaten dagegen eignen sich für die weniger exakte Daten. Insbesondere werden sie für die Modellierung unscharfer Phänomene, Ausbreitungsberechnungen, Standortsuchen und andere räumliche Analysen eingesetzt. Technisch lassen sich auch Raster mit Sachdaten verknüpfen, es macht aber m.E. wenig Sinn allen Pixeln einer Gewässerfläche (redundant) die Informationen Name = Bodensee, Höhe = 396m ü. NN etc. zuzuordnen.
 
Rasterdaten dagegen eignen sich für die weniger exakte Daten. Insbesondere werden sie für die Modellierung unscharfer Phänomene, Ausbreitungsberechnungen, Standortsuchen und andere räumliche Analysen eingesetzt. Technisch lassen sich auch Raster mit Sachdaten verknüpfen, es macht aber m.E. wenig Sinn allen Pixeln einer Gewässerfläche (redundant) die Informationen Name = Bodensee, Höhe = 396m ü. NN etc. zuzuordnen.

Aktuelle Version vom 19. Januar 2006, 21:26 Uhr

Für objektbezogene Datenverarbeitung im GIS ist sind Vektordaten-Struktur notwendig. Nur damit können topologische Strukturen und komplexe Datenmodelle realisiert werden.

Rasterdaten werden häufig als "dumm", Vektordaten in der Regel als "intelligent" bezeichnet werden. Nach der Eingabe entsprechender Sachdaten, weiß eine Linie, daß sie beispielsweise eine Wasserleitung mit dem Durchmesser 150 mm aus Grauguß, verlegt im Jahr 1957, ist. Darüber hinaus kann sie mit anderen Leitungen oder Schiebern, Ventilen etc. topologisch verknüpft sein.

Rasterdaten dagegen eignen sich für die weniger exakte Daten. Insbesondere werden sie für die Modellierung unscharfer Phänomene, Ausbreitungsberechnungen, Standortsuchen und andere räumliche Analysen eingesetzt. Technisch lassen sich auch Raster mit Sachdaten verknüpfen, es macht aber m.E. wenig Sinn allen Pixeln einer Gewässerfläche (redundant) die Informationen Name = Bodensee, Höhe = 396m ü. NN etc. zuzuordnen.


Flächennetze

Zur Bildung von Flächennetzen (z.B. Liegenschafts- und Grünflächenkataster, Bebauungsplan, Flächennutzungsplan, Realnutzungskartierungen etc.) sind Vektordaten unabdingbar. Denn nur durch geschlossene Linienzüge (Polygone) können Flächenobjekte gebildet werden, denen Sachdaten und Topologien (Nachbarschaftsbeziehungen) gegeben werden können. Der Aufbau der Topologie erfolgt entweder nachträglich nach einer CAD-artigen Erfassung oder - in leistungsfähigen Systemen - direkt online während der Erfassung. Nur in letzterem Fall können Fehler durch nicht geschlossene Flächen aufgrund von zu kurz oder zu lang digitalisierten Linien (s. Abb. unten) unmittelbar verhindert werden. Für Daten, die Rechtsgültigkeit erhalten sollen (z.B. Flurstücke), ist dies - eigentlich - unabdingbare Voraussetzung.

Im Unterschied zu graphischen Systemen bedeutet Topologie hier, daß eine Grenze nur ein mal digitalisiert werden muß. Sie wird sowohl zur Objektbildung der linken wie auch der rechten Fläche verwendet. Der Grenze wiederum ist bekannt, welche Flächen sie begrenzt. Diese Informationen und Verknüpfungen werden bei dem Topologieaufbau von den meisten Systemen automatisch generiert.


Liniennetze

Topologisch strukturierte Liniennetze werden auf der Basis der Graphen-Theorie mit dem Knoten-Kanten-Modell erfaßt. An allen Abzweigungen werden Knoten gesetzt. An den Knoten treffen die Kanten aufeinander. Über die Knoten sind die Kanten miteinander topologisch verbunden. Der Graph ist die Gesamtmenge von Knoten und Kanten in strukturierter Anordnung. Er definiert die möglichen Verbindungen zwischen allen Kanten. Nicht an jedem Kreuzungspunkt müssen nämlich Verbindungen bestehen. So können etwa Versorgungsleitungen sich in unterschiedlicher Höhe überqueren oder eine Landstraße kann als Brücke über eine Autobahn führen, ohne daß man von der Straße auf die Autobahn oder von der Autobahn auf die Straße wechseln könnte. Zusätzlich ist die Richtung des Graphen von Bedeutung (gerichteter Graph), um die Fließrichtung von Wasser, Gas, Strom oder Verkehr längs der "Kante" zu definieren.